Chaos mit Herz und Humor

Ausverkaufte Aufführungen von Winnie Abels Komödie im Rosensaal

Fünf ausverkaufte Vorstellungen, ein neuer Besucherrekord und ein Publikum, das an allen Spieltagen zwischen dem 31.10. und 08.11. kaum aus dem Lachen herauskam – die diesjährige Inszenierung der Komödie „Chaos im Bestattungshaus“ von Winnie Abel im Rosensaal war ein voller Erfolg. Das TiS präsentierte ein pointenreiches Stück, das den schmalen Grat zwischen schwarzem Humor und feiner Situationskomik meisterhaft beschritt. Erstmals führte Markus Eisenblätter Regie und überzeugte mit sicherem Gespür für Timing und Humor.

Schon der Blick auf die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Bühne ließ erahnen, dass die Zuschauer einen besonderen Abend erleben würden: Zwei Bereiche – ein Beratungsraum und ein Präparationsraum – bildeten den Rahmen für das turbulente Geschehen. Hier verstrickte sich Bestatter Gerd Speck in einen moralisch fragwürdigen Plan: Für den Fabrikanten Udo Kemp sollte er eine Beerdigung inszenieren, obwohl dieser noch quicklebendig war. Kemp wollte sich lediglich elegant von seiner Frau verabschieden – und dabei eine beträchtliche Summe Geld beiseiteschaffen.

„TiS“-Ensemble sorgt für turbulentes Spiel

Thomas Walter brillierte in der Rolle des hin- und hergerissenen Bestatters Gerd Speck, dessen Gewissen mit seiner finanziellen Lage rang. An seiner Seite sorgte Nicole Jung als seine Gattin Verona für ungebremste Lebensfreude und Frohsinn – und das in einem Betrieb, in dem Zurückhaltung eigentlich zum guten Ton gehört. Ihr übertrieben fröhliches Auftreten setzte immer wieder humorvolle Kontrapunkte.

Jürgen Michel überzeugte als lebender „Leichnam“ Udo Kemp, der mit seinen Kalauern nicht nur das Publikum köstlich amüsierte, sondern auch versuchte, den zögerlichen Gerd zur Annahme seines unmoralischen Angebots zu bewegen. Die Situation eskalierte vollends, als die vermeintliche Witwe, gespielt von Diana Groß, und Kemps Geliebte, dargestellt von Lucie Vit, im Bestattungshaus aufeinandertrafen. Die darauffolgenden Szenen sorgten für unvergleichliche, turbulente Komik, die im überraschenden und actionreichen Finale gipfelte – belohnt durch langanhaltenden Applaus und herzhaftes Gelächter.

Bühnenneulinge beeindrucken

Großen Applaus erhielten auch die weiteren Rollen, die das Chaos perfekt ergänzten:
Der Gerichtsvollzieher, gespielt von Christian Möller, brachte das Publikum mit seiner liebenswert-trotteligen Art zum Lachen – vor allem, weil er sich mit einem beherzten „Rum“ stets schnell besänftigen ließ.

Besonders hervorzuheben sind die beiden jungen Schauspielerinnen Marei Kurth und Kristina Jurcic. Kurth verkörperte die Grufti-Tochter Paula, die ihre Freundin „Morgana“ (Jurcic) durch die vermeintliche Leiche beeindrucken wollte. Beide überzeugten mit starker Bühnenpräsenz, herrlich überzogenen Gesten und auffälligen, fantasievollen Kostümen, die im Publikum für viele Lacher und Staunen sorgten.

Eine besondere Vorstellung am 07.11.

Ein ganz besonderer Moment der diesjährigen Spielzeit war die Vorstellung am 07.11. Katrin Dean brachte sich hier ehrenamtlich als Gebärdendolmetscherin ein und übersetzte das komplette Stück simultan für gehörlose Besucher. Damit setzte sie – gemeinsam mit der Theatergruppe – ein wertvolles Zeichen für gelebte Inklusion und eine integrative Dorfgemeinschaft. Das Publikum dankte ihr diesen Einsatz mit großer Anerkennung.

Kulinarisches Angebot rundet den Theaterabend ab

Auch abseits der Bühne war bestens für das Wohl der Gäste gesorgt: Leberkäsbrötchen, herzhafte Snacks sowie eine reich bestückte Getränke- und Weintheke mit ausgewählten Winzerweinen machten den Besuch im Rosensaal zu einem rundum genussvollen Erlebnis.

Ein Dank an alle Helfer – und Vorfreude auf das nächste Jahr

Die Theatergruppe zeigte sich begeistert vom enormen Zuspruch des Publikums und stolz auf die fünf restlos ausverkauften Vorstellungen. Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen – von Technik über Organisation bis Bewirtung – wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Ihnen gilt ein besonders herzlicher Dank.

Mit dieser mitreißenden Inszenierung hat die Theatergruppe erneut bewiesen, wie lebendig, humorvoll und gemeinschaftsstiftend Amateurtheater sein kann. Schon jetzt darf man gespannt sein, womit sie ihre Zuschauer im kommenden Jahr überraschen wird.